Eine Frage der Wertschätzung

We̱rt·schät·zung
Substantiv [die]
  1. der Sachverhalt, dass Menschen jmdm. Achtung, Bewunderung und Respekt entgegenbringen.
  2. „Die Künstlerin genießt große Wertschätzung bei ihrem Publikum.“

Aktuell ist mir das Thema „Wertschätzung“ mit der eigenen Selbstreflexion sehr wichtig.
In erster Linie fotografiere ich für mich selbst, jedoch erfährt jeder Künstler durch Aufmerksamkeit verschiedenster Arten eine gewisse Wertschätzung.

Wenn ich mir so meine TimeLine anschaue, muss ich Workshops und  Masterclasses geben, Fotowalks und Fotoevents veranstalten, nebenbei Personaltrainer und Fitnesscoach werden, um beachtet zu werden.

Über den Großteil der Bilder wird „gescrollt“, als wäre es nur ein weiteres Bild in einer Chronik. Was sich der Künstler dabei gedacht hat oder was die Bildaussage sein soll, darüber macht sich kaum einer Gedanken. Warum auch?

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Vielleicht bin ich von der alten Schule aber mir ist einfach die Wertschätzung abhanden gekommen. Und solange dieser Respekt nicht vorhanden ist, werde ich auch nicht reagieren. Vor ein paar Jahren noch, brachte mir eine junge Frau eine Flasche Wein mit zum Shooting, jemand sagte „Danke“ oder es wurden vor lauter Stolz meine Bilder immer und immer wieder geteilt. Wisst ihr, mir geht es gar nicht ums materielle, sondern um das Zwischenmenschliche. Zeit ist ein kostbares Gut und dafür kann man doch auch mal ein „Danke“ erwarten?

Ich mache prinzipiell freie Arbeiten, das heisst für mich aber nicht, dass ich generell alle Kosten übernehme. Warum auch? Und warum gehen immer alle davon aus?

„Hey, lass uns mal wieder Bilder machen“.
„Ja, klar gerne. Du aber momentan kann ich es leider nicht auf TfP-Basis machen“. – „……. „.

Warum ist man nicht bereit für gute Arbeiten auch mal etwas zu bezahlen? Oder einfach mal zu sagen, „Schade. Aber was hältst du davon, wenn ich dir was koche?“, „Schade. Aber ich kann einen Film besorgen und habe mich um die Location gekümmert.“ Warum gibt es hier nur ein schwarz/weiss? Ein Ja oder Nein?

Wo ist hier die Selbstreflexion geblieben? Das eigene Handeln und Tun mal überdenken.

BenzinOrca516770-11

Ich mag nur mit Menschen zusammenarbeiten, die mich spüren lassen, dass sie bei mir richtig sind. Auch wenn das heisst, dass dafür einige Zeit ins Land gehen muss.

Qualität vor Quantität.

5 Kommentare zu „Eine Frage der Wertschätzung

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  1. Klingt ein bißchen traurig und ja, Wertschätzung zumindest von Fremden zu erfahren – von den Eigenen schon, aber halt immer wenig expressiv und auch in der Annahme nicht mehr so überschwenglich – ist was rares. Selbst im Job, nun ja, Fehler werden sofort entdeckt, was gut lief: na, war doch selbstverständlich, oder? Ich hätte auch gern viele, viele postive Rückmeldungen, ja, durchaus vermengt mit kritischen Rückfragen, wie war das gemeint, warum so…usw. Aber es hat sicher damit zu tun, dass wir in einer überschwemmten Welt leben. Im Netz noch mehr als sonst. Es gibt von allem zu viel und eine Qualitätseinstufung wird meist nicht einmal angedeutet. Schlechte Witzbolde sind erfolgreiche Comedians wo früher Kabarett war. Serien ersetzen Filme und diese haben Schauspiel schon lange ersetzt und die zu Grunde liegenden Geschichten verfälscht. Und gerade im Bereich Optik, Abbild, Foto ist die Masse des Angebots, die Masse des eigenen Produkts Legion, seit es nicht mal mehr einen zu belichtenden Film kostet. Deshalb ist es den meisten einfach nur Wurst. Oder Käse. Völlig egal, Hauptsache viel, viel Konsum, Kriterien anzulegen wäre schon zu viel aufwand – und dann noch wertschätzen??? Nö. Also ist das kritische Betrachten, das kritische Urteil, das, ja, eben, das Wertschätzen etwas überaus Rares geworden. Das ist so, das wird der Einzelne gerade auch im Netz, in dem so viel Unsinniges schwirrt, nicht ändern. Also picken, herauspicken die wenigen, die seltenen Ereignisse dieser Art!

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    1. Hallo 🙂 Erstmal Danke für deinen Kommentar. Ich versuche weiterhin immer noch an das Gute im Menschen zu glauben und auch daran, dass der Stellenwert der Wertschätzung einem wieder bewusst wird. Man kann andere Menschen nicht ändern und deshalb gehe ich einfach mal mit einem guten Beispiel voran 🙂
      LG Daniela

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    2. Oh ha. Das klingt ja noch viel trauriger. Vor allem der Schluß.
      Natürlich können wir nicht alle ändern. Wäre dann ja auch wieder langweilig.
      Aber jeder könnte es für sich versuchen. Eben so, wie Daniela es für sich schon beschreibt.
      Liebe Grüße
      Uwe

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  2. Klasse auf den Punkt gebracht!

    Hallo Daniele, da fühle ich mal richtig mit dir.
    Alles muss immer schneller, weiter, höher und möglichst „umsonst“ sein.

    Die Idee mal „Danke“ zu sagen, einen Film zu besorgen oder zu kochen ist wundervoll! Menschlich … genau das fehlt vielen in der heutigen Zeit.

    Schön, dass es noch andere Menschen gibt, die mir hin und wieder „über den Weg laufen“ … so wie du heute 🙂

    Liebe Grüße
    Uwe

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    1. Hallo Uwe,
      danke fürs Lesen und für dein Feedback. Durch meinen Beitrag habe ich mitgekommen, dass es wohl nicht nur mir so geht. Ich versuche für mich selbst mit gutem Beispiel voranzugehen und auch Dankbarkeit zu zeigen. Sei es in alltäglichen Situationen oder eben in der Fotografie. Wenn ich etwas Gutes tue, dann geht es mir besser und es wirkt positiv auf mich. Vielleicht, eines Tages, merken das auch andere Menschen und fangen wieder an, nicht nur an sich selbst zu denken sondern auch an andere 🙂

      Grüße
      Daniela

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